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20.11.2009
"The Very Best Of Enya" erscheint heute
22 Jahre sind seit dem Erscheinen von Enyas Debütalbum vergangen – Zeit, dieser Tatsache Rechnung zu tragen: "The Very Best Of Enya" lautet der Name des heute, 20.11., ...
06.10.2009
Das Cover zum Enya Album "And Winter Came" wurde für einen Grammy nominiert - In der Kategorie "Bestes Cover". Die 52. Grammy Verleihung wird am 31. Januar 2010 in der Staples ...
07.09.2009
Gute Nachrichten für alle Enya -Fans: Mitte November wird ein "Best Of Enya"-Album der irischen Sängerin veröffentlicht. Pünktlich zur gemütlichen Jahreszeit wird es eine ...
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Diskografie

Amarantine

Enya
Warner Music Group Germany GmbH
Amarantine
16.12.2005
Maxi Single CD

Ein neues Album von ENYA war immer ein besonderes Ereignis und brachte stets etwas Wärme in die Welt. Selten aber ist ein ENYA-Album so wichtig gewesen und von vielen so dringend erwartet worden wie heute. In den fünf Jahren, die seit A Day Without Rain vergangen sind, hat sich die Welt dramatisch verändert. Sie ist ein sehr gefährlicher Ort geworden. Umso erleichternder ist es, dass es Dinge gibt, die beständig und verlässlich sind – wie etwa das Schaffen ENYAs. „Wir haben das Album Amarantine genannt, weil der Titel Unvergänglichkeit ausdrückt,“ erklärt ENYA. „Viele Dichter benutzen dieses Wort, um eine unvergängliche Blume zu beschreiben, und ich liebe diese Idee. Wir haben zwei Jahre lang an diesem Album gearbeitet, und es ist ein aufregender Moment für mich, wenn am Ende alles zur Blüte kommt und die Menschen hören können, was wir in dieser Zeit getan haben.“

Mit seiner harmonischen Verbindung aus erhabenen Melodien, symphonisch anmutenden Klangbögen und klassischen Motiven, ist Amarantine ein wahrer ENYA-Klassiker, der ihren Fans das bringt, was sie an der Musik ENYAs lieben: Eine Oase der Sanftheit und Schönheit in einer Welt von Kampf und Chaos. Und die hoffnungsstiftende Eigenschaft ihrer Musik ist heute nötiger denn je.
Wie die Vorgänger ist auch Amarantine in Zusammenarbeit mit ihren langjährigen Partnern Nicky und Roma Ryan entstanden und wurde in Irland aufgenommen. Amarantine enthält alles, was man von einem ENYA-Album mit Recht erwarten darf: vom sich emporschwingenden Refrain des Titelsongs Amarantine bis hin zu den exquisiten Nuancen von Wild Violet, das auf einem Haiku des japanischen Dichters Basho basiert.

Und doch gibt es Innovationen auf dem Album, zumindest in sprachlicher Hinsicht. Waren die Texte, die Roma bislang für ENYA schrieb, bisher zumeist auf Englisch, Walisisch, Lateinisch, Spanisch und Gälisch, sucht man das Gälische auf Amarantine vergebens. Stattdessen singt ENYA – zusätzlich zum japanischen Haiku – drei Songs in einer Sprache, die Roma selbst erfunden hat. Die Idee dazu kam ihr, wie sie erzählt, als sie auf Anfrage von Regisseur Peter Jackson für den Film „Herr der Ringe – Die Gefährten“ Texte auf Elfisch schrieb.
„Man versucht, manche Dinge in Englisch und Gälisch auszudrücken, aber irgendwie klingt es noch nicht wirklich richtig. Und nachdem ich einige Texte in Tolkiens Elfisch geschrieben hatte, kam ich auf die Idee, meine eigene Sprache zu versuchen,“ erklärt Roma. „Das bedeutete, dass wir auch in der Sprache die passenden Klänge der Worte für ENYAs Stimme finden und so die Poesie der Texte auf die Bögen der Musik übertragen konnten.“

Mit mehr als 65 Millionen verkauften Alben gehört ENYA zu den erfolgreichsten Künstlern der Erde. Aber ihr Weg nach oben gestaltete sich alles andere als konventionell, nicht zuletzt, weil ENYA stets darauf achtete, nicht in die Fallen vermeintlicher Prominenz zu tappen und ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit fern zu halten. Sattdessen ließ sie ihre Musik sprechen.

Als Eithne Ní Bhraonain in Gweedore, Provinz Donegal, in Irland in eine äußerst musikalische Familie hinein geboren, steht ihr die Klassische Musik eigentlich viel näher als die Irische Folk-Szene, für die sie sich kaum interessierte. Sie war noch ein Teenager, als Produzent und Manager Nicky Ryan sie bat, in die Band ihrer Familie, Clannad, einzutreten, die er damals als Manager betreute. Ryan fühlte, dass ENYA, der Name ist übrigens eine Übertragung der gälischen Aussprache von Eithne, der Gruppe neues Leben vermitteln würde und er engagierte sie zunächst als erste Keyboarderin, die aber auch bald den Stimmen der Sänger einen neuen Klang zu geben vermochte. „Es war eigentlich als musikalischer Anstoß gemeint, ENYA in das Musikbusiness und das Leben auf Tour einzuführen, um zu sehen, welche Richtung sie einschlagen würde,“ erinnert sich Ryan. „Es war offensichtlich, dass sie ein großes Talent für Komposition hat und eine phantastische Stimme besitzt, aber im Rahmen der Gruppe konnte sie sich nicht wirklich entfalten.“

Als Nicky und seine Frau Roma die Band unter eher unerfreulichen Umständen verließen, hatte ENYA die Wahl, in der Gruppe zu bleiben oder mit Nicky und Roma eine Solokarriere zu beginnen. Trotz der Probleme, die entstehen, wenn man sich von einer Band trennt, die zugleich aus der eigenen Familie besteht, entschloss sich ENYA, ihre persönliche musikalische Vision zu verfolgen.

In den nächsten Jahren wurden die Drei ein Team, das weit jenseits der üblichen Management-Künstler-Verhältnisse arbeitete. „ENYA zog zu uns und brachte uns damit ein immenses Vertrauen entgegen,“ erklärt Nicky.
Aber in Wirklichkeit waren es alle drei, die einen gemeinsamen Sprung in bedingungsloses Vertrauen wagten und ihre Ressourcen zusammentaten, um in Ryans Gartenhaus ein eigenes Studio zu errichten. Da die Bank ihnen keinen Kredit einräumte, verkaufte ENYA ihr Saxophon und Nicky und Roma gaben all ihre Ersparnisse her. Drei Monate lang besorgten ENYA und Roma die einzelnen Bestandteile des Studios und Nicky bastelte alles zusammen. „Wir haben alles in dieses erste Studio gesteckt. Wenn es nicht geklappt hätte, wäre wir am Ende gewesen,“ erinnert sich Nicky.
Als das Studio fertig war, wurde es zunächst für die Produktion anderer Künstler genutzt. ENYA betrat das Studio nur, wenn es frei war und sie Zeit und Inspiration hatte. In dieser Zeit bildete sich die Zusammenarbeit der drei aus, in der Roma die Texte schreibt und Nicky die Produktion übernimmt – bis heute ist diese dreispurige Kollaboration unverändert geblieben.

Die erste Ahnung, dass das Vertrauen in die eigene Musik angebracht war, ergab sich, als ENYA gefragt wurde, ob sie die Musik für einen Soundtrack zu David Puttnams Film „Der Froschkönig“ (1984) schreiben würde. Diese Arbeit führte zwei Jahre später zu ihrem Beitrag zur TV-Dokumentation „The Celts“, die ihren Durchbruch als anerkannte Musikerin und Komponistin markierte. Dass ENYA die Songs selbst schrieb und sie auf Englisch und Gälisch sang, führte sie direkt zu ihrem ersten Album Enya. Zunächst hielt sich die Reaktion des Publikums in Grenzen – obwohl der Song Boadicea erst von den Fugees und dann von Mario Winans für seinen 2004er Hit „I Don’t Wanna Know“ gesamplet wurde.
Einer von jenen, die damals schon an die Musik von ENYA glaubte, war Rob Dickens, damaliger Geschäftsführer von Warner Brothers Irland. Er war sogar so begeistert, dass er ENYA sofort unter Vertrag nahm. Viele seiner Kollegen hielten ihn für verrückt und taten sich schwer, das kommerzielle Potenzial in ENYAs ätherischer Musik zu hören, die so gar nichts mit den damaligen Vorstellungen von Popmusik und den Modeströmungen der Achtziger zu tun hatte. Dickens scherte sich nicht drum. Er liebte ENYAs Stimme und Musik, und das reichte. „Manchmal muss eine Company Geld machen und manchmal Musik. ENYA gehört zum zweiten,“ so sein oft zitierter Ausspruch.

In der Tat stellte sich  Dickens’ Entscheidung als so kommerziell erfolgreich wie künstlerisch visionär heraus, denn innerhalb kürzester Zeit wurde ENYA zur erfolgreichsten Künstlerin Irlands aller Zeiten. Watermark, ihr erstes Album für Warner (1988), machte den Anfang. Getragen vom Chart-Topper Orinoco Flow gingen von dem Album 8 Millionen Alben über die Ladentische. Drei Jahre später folgte Shepherd Moons, das sich 10 Millionen Mal verkaufte und ENYA ihren ersten Grammy brachte. Für The Memory of Trees erhielt sie 1995 dann einen weiteren Grammy. 1997 erschien die erste Best Of-Sammlung Paint The Sky With Stars, die neben Orinoco Flow, Caribbean Blue und Book Of Days einige neue Songs enthielt. Ein neues Album, A Day Without Rain, folgte im Jahre 2000 und verkaufte 13 Millionen Exemplare – ENYAs meistverkauftes Album bis heute. Es hielt sich zwei Jahre in den US-Charts.
Auf A Day Without Rain befand sich auch der Song Only Time, den viele TV- und Radiosender als Hintergrund für ihre Berichterstattungen über die furchtbaren Ereignisse am 11. September 2001 einsetzten. Zunächst zeigten sich viele Fans erschrocken über die Verbindung von ENYAs Musik und einem so grauenhaften Ereignis, aber ENYA veröffentlichte bald eine Special Edition des Songs und spendete die Einnahmen an die Familien der Opfer.

Einen viel glücklicheren Hintergrund hatten ENYAs Songs May It Be und Anìron, die sie für den Film „Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring“ schrieb. Regisseur Peter Jackson hatte persönlich bei ENYA nach einem Song angefragt, und ENYA, Roma und Nicky wurden alle drei sowohl für einen Oscar als auch für einen Golden Globe für May It Be nominiert.

Nun liegt also Amarantine vor, das bisher rundeste und ausgefeilteste Werk ENYAs. Musik so zeitlos und ausdauernd wie die Amaranth selbst, jene mystische Blume, die nie vergeht.